Der „War for Talents“ macht vor Deutschland keinen Halt. Der erstmals durch eine McKinsey-Studie aus dem Jahr 1997 bekannt gewordene Begriff beschreibt den Wettbewerb um besonders leistungsstarke und entwicklungsfähige Mitarbeiter. Angesichts des Fachkräftemangels und der zunehmenden Spazialisierung vieler Berufe konkurrieren Unternehmen heute verstärkt um sogenannte High Potentials.
Das Wichtigste in Kürze
- High Potentials sind Mitarbeiter mit überdurchschnittlichem Leistungs- und Entwicklungspotenzial.
- Neben Fachwissen spielen Lernfähigkeit, Motivation, Anpassungsfähigkeit und soziale Kompetenzen eine wichtige Rolle.
- Unternehmen investieren gezielt in Talent Management, um High Potenzials zu gewinnen und langfristig zu binden.
- Karriereentwicklung, Weiterbildung und Unternehmenskultur sind heute oft ebenso wichtig wie das Gehalt.
High Potentials sind beliebt, doch was genau ist ein High Potential?
Der Begriff High Potential (dt. „hohes Potenzial“) wurde 2010 in der Harvard Business Review definiert und beschreibt Mitarbeiter mit einem besonders hohen Entwicklungs- und Leistungspotenzial.
Dabei handelt es sich nicht ausschließlich um Hochschulabsolventen oder Nachwuchsführungskräfte. Auch erfahrene Fachkräfte können als High Potentials gelten, wenn sie außergewöhnliche Leistungen, hohe Lernbereitschaft und ausgeprägte Entwicklungsperspektiven mitbringen.
Viele High Potenzials zeichnen sich durch eine ausgeprägte Hands-on-Mentalität aus und übernehmen früh Verantwortung. Als High Performer sind sie äußerst attraktiv und kommen insbesondere als potenzielle Nachwuchsführungskräfte im Bereich des Managements in Frage. Der Unterschied zu Vergleichsgruppen liegt darin, dass diese nicht nur während ihrer gesamten Karriere innerhalb des Unternehmens wachsen, sondern auch darin, dass sie die Entwicklung insbesondere schneller und effektiver bewerkstelligen als durchschnittliche Mitarbeiter.
Ein höheres Gehalt ist dabei nicht automatisch garantiert. Allerdings verfügen High Potentials aufgrund ihrer Leistungen und Entwicklungsmöglichkeiten häufig über überdurchschnittlich gute Karriere- und Verdienstperspektiven.
Woran erkennt man High Potentials?
Nicht jeder gute Absolvent und leistungsstarker Mitarbeiter ist automatisch ein High Potential. Entscheidend ist die Kombination aus aktueller Leistung und zukünftigem Entwicklungspotenzial. Demnach ist es wichtig, High Potentials genau zu identifizieren.
Vor der Identifikation von High Potentials sollten Unternehmen definieren, welche Fähigkeiten und Eigenschaften für die eigenen strategischen Ziele besonders relevant sind. Neben fachlicher Kompetenz spielen dabei vor allem persönliche Eigenschaften eine wichtige Rolle.

High Potential – Programm: Wie Sie Ihre Top-Mitarbeiter rekrutieren
Der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte nimmt weiter zu. Neben dem demografischen Wandel und dem daraus resultierenden Kampf um die Mitarbeiter, sollten Unternehmen im Rekrutierungsprozess grundsätzliche Voraussetzungen erfüllen. Was zunächst banal klingt, hat durch den Wandel der Mitarbeiterbedürfnisse einen immer höheren Stellenwert.
Während früher das Gehalt und die Sicherheit an erster Stelle standen, interessieren sich Young Professionals der Generation Y und Z heute bei der Wahl des Arbeitsgebers für attraktive Aufgaben, eine gesunde Work-Life-Balance sowie persönliche Weiterentwicklung. Basis für die erfolgreiche Mitarbeitergewinnung stellt somit eine realistische Jobbeschreibung dar.
Ambitionierte Bewerber entscheiden bekanntermaßen auf Grundlage von authentischen Informationen. Sind diese unrealistisch oder halten nicht was sie versprechen, hat man nicht nur den War for Talents, sondern auch den High Potential rasch verloren. Neben der Jobbeschreibung stellt der Bewerbungsprozess einen wichtigen Faktor dar.
Gerade bei den stark umkämpften Talenten ist es unabdingbar, einen schnellen und sinnvollen Ablauf anzubieten. Vergeht zu viel Zeit zwischen den jeweiligen Bewerbungsschritten, steht das Unternehmen langfristig im Nachteil gegenüber seinen Konkurrenten. Da der High Potential keine Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche hat, entscheidet er sich stets gegen langwierige und komplizierte Bewerbungsprozesse.
Beschaffen durch ihre hohe Motivation und die lernbereite Persönlichkeit, möchten High Potentials sofort durchstarten können. Mithilfe eines gut strukturierten Onboardings und einem funktionierenden Arbeitsplatz, setzt man mitunter die Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Start im neuen Job.
Talent Management: Potenziale fördern und an sich binden
Die Wichtigkeit der Mitarbeiterförderung konnte anhand der Gallup Studie im Jahr 2001 belegt werden. Diese gibt Auskunft darüber, wie hoch der Grad der emotionalen Bindung von Angestellten gegenüber ihren Arbeitgebern ist. Die Messung bestätigte, dass sich ein Großteil im Job von ihren Arbeitgebern unterfordert oder sogar im Stich gelassen fühlen. Vor diesem Hintergrund ist es neben der Neuakquisition von High Potentials mindestens genauso wichtig, interne Talente zu identifizieren.
Eine Analyse der bestehenden Mitarbeiter ermöglicht es, neben neu akquirierten, auch bestehende Mitarbeiter gezielt zu fördern. Um die Bindung von aussichtsreichen Mitarbeitern zu gewährleisten, umfasst ein Talentmanagement alle Maßnahmen, die ein Unternehmen anwendet, um die Besetzung von Stellen langfristig sicherzustellen.
Im Fall von High Potentials umfasst dieses sowohl interne als auch externe Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung. Analog zu den oben genannten Mitarbeiterbedürfnissen, können folgende Maßnahmen als erfolgsversprechender Tipp gewertet werden.

Fazit: High Potentials haben einen hohen Mehrwert
Die gezielte Förderung von High Potentials stellt für Unternehmen eine langfristige Investition dar. Mitarbeiter mit hohem Entwicklungs- und Leistungspotenzial können Innovationen vorantreiben, Verantwortung übernehmen und zur Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens beitragen.
Neben der Umsatzsteigerung macht sich der Support von guten Mitarbeitern auch durch niedrigere Fluktuationen bemerkbar. Im Idealfall stehen nämlich hinter den Top-Playern der Spitze motivierte Mitarbeiter als Rückendeckung, weshalb auch diese mit derselben Wertschätzung wie ihre übergeordneten High Potentials behandelt werden sollten.