Honorar: Bedeutung, Vorteile, Nachteile & FAQ
Festangestellte bekommen ein Arbeitsentgelt in Form von Lohn oder Gehalt, Selbstständige wie Freelancer oder Freiberufler erhalten hingegen ein Honorar. Aber was genau ist das eigentlich? In diesem Beitrag erklären wir, was es mit dem Honorar auf sich hat und welche freien Berufe sich bei der Preisgestaltung an eine Gebührenordnung halten müssen. Außerdem verraten wir, was das Honorar mit Rom und Recht zu tun hat.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Honorar bezeichnet die Vergütung für erbrachte Leistungen.
- Das Durchschnittshonorar eines Freelancers beträgt laut Freelancer-Kompass 103 Euro die Stunde.
- Honorare variieren je nach Erfahrung, Projektumfang und anderen Faktoren.
- Mit einem Ausfallhonorar bezeichnet man die finanzielle Entschädigung bei kurzfristigem Ausfall eines Projekts.
- Für einen rechtsgültigen Honorarvertrag müssen einige Bestandteile darin aufgelistet sein, zum Beispiel Kontaktdaten der Vertragspartner sowie gewisse Details zum Projekt und die Höhe des Honorars.
Definition: Was ist ein Honorar?
Unter dem Begriff „Honorar“ versteht man die Vergütung für erbrachte Leistungen. Sie wird auch „Auftragnehmervergütung“ genannt. Zum Beispiel bekommt ein freier Journalist (Auftragnehmer) für eine Story, die er dem Verlag (Auftraggeber) verkauft, kein Gehalt, sondern ein Honorar.
Er arbeitet als sogenannte „Honorarkraft“ auf selbstständiger Basis bzw. Honorarbasis und muss seine Steuern sowie Sozialversicherungsbeiträge selbst abführen.
| Beruf | Erhalten Honorar für |
|---|---|
| Ärzte | Behandlungs- und Beratungsleistungen |
| Anwälte | Beratungs- und Prozessführungstätigkeit |
| Journalisten & Autoren | Artikel, redaktionelle Beiträge, Bücher, etc. |
| Künstler & Designer | Kunstwerke & Grafiken |
| Consultants & Berater | Konzeptgestaltung für Kunden |
| Architekten & Ingenieure | Planungs- und Beratungsleistungen |
Was bedeutet „auf Honorarbasis arbeiten“?
Auf Honorarbasis zu arbeiten heißt: Die Leistung wird über eine Rechnung vergütet, nicht über ein Arbeitsverhältnis. Es gibt keinen Arbeitsvertrag, keinen Lohnsteuerabzug und keine Sozialabgaben über einen Arbeitgeber. Wer auf Honorarbasis arbeitet, ist selbstständig und führt Steuern und Versicherungsbeiträge selbst ab.
Konkret bedeutet das:
- Grundlage ist ein Honorar-, Dienst- oder Werkvertrag, kein Arbeitsvertrag
- Abgerechnet wird pro Stunde, pro Tag, pro Projekt oder pauschal
- Es gibt keinen Urlaubsanspruch, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und keinen Kündigungsschutz
- Der Auftragnehmer stellt eine Rechnung, in der Regel mit Umsatzsteuer
- Weisungsfreiheit ist Pflicht, nicht Kür
Der letzte Punkt ist der wichtigste. Wer formal auf Honorarbasis arbeitet, faktisch aber wie ein Angestellter eingebunden ist, riskiert eine Scheinselbstständigkeit — mit Nachzahlungen für den Auftraggeber.
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Wie hoch ist das Honorar freier Mitarbeiter?
Das durchschnittliche Honorar eines Freelancers beträgt laut Freelancer-Kompass 103 Euro pro Stunde. Befragt wurden hierbei Freelancer und Freiberufler sowie andere Solo-Selbstständige aus verschiedenen Fachgebieten.
Zum Beispiel erhalten freie Berater ein durchschnittliches Stundenhonorar von 121 Euro, in der IT winkt ein Honorar in Höhe von 100 Euro pro Stunde und im Bereich Marketing & Kommunikation können Freiberufler bzw. Freelancer einen Stundensatz von 89 Euro erwarten.
| Fachgebiet | Stundensatz |
|---|---|
| Beratung & Management | 121 € |
| Finanz-, Rechnungs- & Rechtswesen | 114 € |
| SAP & ERP | 113 € |
| Data & Analytics | 108 € |
| Personal, HR & Coaching | 106 € |
| IT-Infrastruktur | 100 € |
| Marketing & Kommunikation | 91 € |
| Forschung & Analyse | 89 € |
Mit diesem Rechner lässt sich der Stundensatz individuell & einfach berechnen:
Die Honorare können je nach Projektumfang, Berufserfahrung und einigen anderen Faktoren stark variieren. Wie stark die Einkommen auseinandergehen, zeigt der Blick auf die Projektarbeit. Im Durchschnitt kommen Freelancer 2026 auf 6.653 Euro Monatseinkommen aus Projekten (Freelancer-Kompass 2026).
So liegt etwa der durchschnittliche Tagessatz im Consulting laut einer BDU-Studie bei rund 1.300 Euro und rund zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Dabei ist die Einkommensspanne groß, je nach Rolle: Analysten kommen im Schnitt auf 700 Euro pro Tag, Partner und Geschäftsführer auf 1.600 Euro. In der IT-Beratung sanken die Sätze um drei Prozent, während sie in der Strategieberatung um zwei stiegen.
Eine Einordnung ist wichtig: Die BDU-Zahlen beschreiben Tagessätze von Beratungsunternehmen. Solo-Selbstständige kalkulieren anders, weil sie Vertrieb, Verwaltung und Ausfallrisiko allein tragen.
Lese-Tipp: Spannende Insight zu den Einkommensunterschieden zwischen Festangestellten und Freelancern gibt es hier.

Honorar und Gebührenordnung für bestimmte Berufsgruppen
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Generell können alle Selbstständigen die Höhe ihres Honorars selbst bestimmen. Für einige Berufsgruppen gelten jedoch sogenannte Gebührenordnungen. Sie sollen die Qualität der Leistung sichern und sollen für vergleichbare Preise in der Branche sorgen. Ihre Verbindlichkeit unterscheidet sich allerdings stark.
Zum Beispiel halten sich Ärzte an die Gebührenordnung für Ärzte, wenn sie Privatpatienten behandeln. Anwälte müssen sich dagegen nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz richten. Für beide gilt die Bindung. Bei Architekten und Ingenieuren ist das seit Januar 2021 nicht mehr der Fall.
Nach dem EuGH-Urteil vom Juli 2019 (C-377/17) enthält die HOAI keine verbindlichen Mindest- und Höchstsätze mehr. Die Honorartafeln sind Orientierungswerte, das Honorar wird frei vereinbart. Fehlt eine Vereinbarung in Textform, gilt der Basishonorarsatz (§ 7 HOAI).
achtung
Beispiele:
| Beruf | Bezeichnung der Gebührenverordnung | Verbindlichkeit? |
|---|---|---|
| Ärzte | Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) | ja |
| Zahnärzte | Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) | ja |
| Rechtsanwälte | Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) | ja |
| Architekten & Ingenieure | Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) | nein, seit 2021 nur orientierungswerte |
| Steuerberater | Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) | ja, höheres Honorar nur in Vereinbarung |
| Notare | Gebührenverordnung für Notare (GNotKG) | ja, Abweichungen zulässig |
Ausfallhonorar
Das Ausfallhonorar ist eine Sonderform des Honorars. Dabei handelt es sich um eine finanzielle Entschädigung, die Freiberufler bzw. Freelancer erhalten, wenn ein bereits vereinbarter Auftrag vom Auftraggeber kurzfristig abgesagt oder nicht wahrgenommen wird. Das Ausfallhonorar soll dabei den Einkommensausfall kompensieren.
Ein Beispiel: Ein Coach bereitet sich wochenlang für einen Auftrag vor. Er erstellt Konzepte und Präsentationen. Um dem Einkommensausfall im Fall einer Absage vorzubeugen, vereinbart er mit seinem Auftraggeber ein Ausfallhonorar in Höhe von 50 Prozent des Honorars.
Für das Ausfallhonorar gibt es keine besonderen rechtlichen Regelungen. Vielmehr greift die in Deutschland geltende Vertragsfreiheit. Das bedeutet: Die Vertragspartner legen selbst fest, ob und in welcher Höhe – als Prozentwert oder fester Betrag – ein Ausfallhonorar vereinbart wird. Es ist empfehlenswert, Regelungen über das Ausfallhonorar in den Honorarvertrag aufzunehmen.

Was ist eine Honorarkraft?
Eine Honorarkraft ist eine selbstständige Person, die für einen Auftraggeber eine Leistung erbringt und dafür ein Honorar in Rechnung stellt, ohne angestellt zu sein. Der Begriff ist in keinem Gesetz definiert und beschreibt keine Rechtsform.
Verbreitet ist er vor allem in Bildung, Gesundheit, Sozialwesen und Kultur: Dozenten an Volkshochschulen, Musikschullehrer, Therapeuten, Trainer.
Genau dort liegt auch das größte Risiko. Honorarkräfte, die in feste Stundenpläne, Räume und Weisungen eingebunden sind, stuft die Deutsche Rentenversicherung regelmäßig als abhängig beschäftigt ein. Das Bundessozialgericht entschied 2022 im Fall einer Musikschullehrerin genau so, obwohl sie auf Honorarbasis tätig war.
Honorarvertrag: Das muss drin stehen
Ein Honorarvertrag ist eine rechtliche Vereinbarung, die zwischen einem Auftraggeber (z. B. Unternehmen) und einem Auftragnehmer (z. B. freiberuflicher Anwalt) getroffen wird.
Innerhalb des Honorarvertrags werden die Bedingungen und Konditionen für die benötigte Dienstleistung festgelegt, etwa die Höhe des Honorars. Die wichtigsten Bestandteile eines Honorarvertrags sind:
- Kontaktdaten des Auftraggebers und Auftragnehmers
- Dauer des Vertrages
- Leistungen
- Honorar pro Stunde (inklusive Mehrwertsteuer/Umsatzsteuer)
- Stundenzahl
- Angaben zu Arbeitsmitteln
- Fahrtkosten und Unterkunftskosten
- Angaben zu sonstigen, abzugeltenden Kosten
- Angaben zur Berichtspflicht
- Kündigungsmodalitäten
- Gerichtsstand/Erfüllungsort
- Ort, Datum
- Beiderseitige Unterschrift
Um die Rechtssicherheit des Honorarvertrags zu gewährleisten, empfehlen wir Freiberuflern, sich an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht zu wenden.
Hier findest du kostenlose Vorlagen für den Honorar-Vertrag.

hinweis
Vor- & Nachteile der Arbeit auf Honorarbasis
Wer auf Honorarbasis arbeitet, darf mit einigen Vorteilen rechnen. Die Honorarbasis ermöglicht es zum Beispiel, dass Freiberufler die Arbeitszeit und den Arbeitsort frei bestimmen können.
Projekte können flexibel angenommen oder abgelehnt werden (je nach Auftragslage), was eine individuelle Arbeitsgestaltung ermöglicht. Die projektbasierte Arbeit kommt mit weiteren Vorteilen:
- Abwechslungsreiche Projekte
- Potenziell unbegrenztes Einkommen
- Hohe Selbstbestimmung, da Freelancer und Freiberufler nicht weisungsgebunden sind
- Aufbau von Netzwerken, bestehend aus verschiedenen Auftraggebern

Die Arbeit auf Honorarbasis bringt jedoch auch Nachteile mit sich. Solo-Selbstständige, Freelancer und Freiberufler tragen beispielsweise das volle unternehmerische Risiko. Sie zahlen ihre Sozialabgaben sowie Steuern selbst und müssen weitere Rücklagen bilden, falls die Projektnachfrage nachlässt. Nachteile sind außerdem:
- Unregelmäßiges Einkommen durch Projektabhängigkeit
- Hoher administrativer Aufwand (Abwicklung von Verträgen, Rechnungsstellung, etc.)
- Fehlender Kündigungsschutz durch die Selbstständigkeit
| Vorteile Honorararbeit | Nachteile Honorararbeit |
|---|---|
| + Hohes Maß an Flexibilität | – Volles unternehmerisches Risiko |
| + Unabhängigkeit bei der Arbeitgeberwahl | – Hohe Sozialabgaben |
| + Abwechslungsreiche Projekte | – Keine gesicherte Altersvorsorge |
| + Potenziell unbegrenztes Einkommen | – Keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall |
| + Selbstbestimmung | – Keine Einkommenssicherheit |