Honorar: Bedeutung, Vorteile, Nachteile & FAQ

Honorar: Bedeutung, Vorteile, Nachteile & FAQ 

17. August 2026 / 9 Min /

Festangestellte bekommen ein Arbeitsentgelt in Form von Lohn oder Gehalt, Selbstständige wie Freelancer oder Freiberufler erhalten hingegen ein Honorar. Aber was genau ist das eigentlich? In diesem Beitrag erklären wir, was es mit dem Honorar auf sich hat und welche freien Berufe sich bei der Preisgestaltung an eine Gebührenordnung halten müssen. Außerdem verraten wir, was das Honorar mit Rom und Recht zu tun hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Honorar bezeichnet die Vergütung für erbrachte Leistungen.
  • Das Durchschnittshonorar eines Freelancers beträgt laut Freelancer-Kompass 103 Euro die Stunde.
  • Honorare variieren je nach Erfahrung, Projektumfang und anderen Faktoren.
  • Mit einem Ausfallhonorar bezeichnet man die finanzielle Entschädigung bei kurzfristigem Ausfall eines Projekts.
  • Für einen rechtsgültigen Honorarvertrag müssen einige Bestandteile darin aufgelistet sein, zum Beispiel Kontaktdaten der Vertragspartner sowie gewisse Details zum Projekt und die Höhe des Honorars.

Definition: Was ist ein Honorar?

Unter dem Begriff „Honorar“ versteht man die Vergütung für erbrachte Leistungen. Sie wird auch „Auftragnehmervergütung“ genannt. Zum Beispiel bekommt ein freier Journalist (Auftragnehmer) für eine Story, die er dem Verlag (Auftraggeber) verkauft, kein Gehalt, sondern ein Honorar.

Er arbeitet als sogenannte „Honorarkraft“ auf selbstständiger Basis bzw. Honorarbasis und muss seine Steuern sowie Sozialversicherungsbeiträge selbst abführen.

BerufErhalten Honorar für
ÄrzteBehandlungs- und Beratungsleistungen
AnwälteBeratungs- und Prozessführungstätigkeit
Journalisten & AutorenArtikel, redaktionelle Beiträge, Bücher, etc.
Künstler & DesignerKunstwerke & Grafiken
Consultants & BeraterKonzeptgestaltung für Kunden
Architekten & IngenieurePlanungs- und Beratungsleistungen
Freie Berufe und Leistungen, die auf Honorarbasis vergütet werden

Was bedeutet „auf Honorarbasis arbeiten“?

Auf Honorarbasis zu arbeiten heißt: Die Leistung wird über eine Rechnung vergütet, nicht über ein Arbeitsverhältnis. Es gibt keinen Arbeitsvertrag, keinen Lohnsteuerabzug und keine Sozialabgaben über einen Arbeitgeber. Wer auf Honorarbasis arbeitet, ist selbstständig und führt Steuern und Versicherungsbeiträge selbst ab.

Konkret bedeutet das:

  • Grundlage ist ein Honorar-, Dienst- oder Werkvertrag, kein Arbeitsvertrag
  • Abgerechnet wird pro Stunde, pro Tag, pro Projekt oder pauschal
  • Es gibt keinen Urlaubsanspruch, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und keinen Kündigungsschutz
  • Der Auftragnehmer stellt eine Rechnung, in der Regel mit Umsatzsteuer
  • Weisungsfreiheit ist Pflicht, nicht Kür

Der letzte Punkt ist der wichtigste. Wer formal auf Honorarbasis arbeitet, faktisch aber wie ein Angestellter eingebunden ist, riskiert eine Scheinselbstständigkeit — mit Nachzahlungen für den Auftraggeber.

hinweis

Honorarbasis ist keine Rechtsform. Freiberufler und Gewerbetreibende können beide auf Honorarbasis arbeiten. Der Unterschied liegt in der Art der Tätigkeit und in der Gewerbesteuerpflicht, nicht in der Abrechnungsform.

Wie hoch ist das Honorar freier Mitarbeiter?

Das durchschnittliche Honorar eines Freelancers beträgt laut Freelancer-Kompass 103 Euro pro Stunde. Befragt wurden hierbei Freelancer und Freiberufler sowie andere Solo-Selbstständige aus verschiedenen Fachgebieten.

Zum Beispiel erhalten freie Berater ein durchschnittliches Stundenhonorar von 121 Euro, in der IT winkt ein Honorar in Höhe von 100 Euro pro Stunde und im Bereich Marketing & Kommunikation können Freiberufler bzw. Freelancer einen Stundensatz von 89 Euro erwarten.

FachgebietStundensatz
Beratung & Management121 €
Finanz-, Rechnungs- & Rechtswesen114 €
SAP & ERP 113 €
Data & Analytics108 €
Personal, HR & Coaching 106 €
IT-Infrastruktur 100 €
Marketing & Kommunikation91 €
Forschung & Analyse 89 €
Überblick über die Stundensätze nach Fachgebiet. Quelle: Freelancer-Kompass

Mit diesem Rechner lässt sich der Stundensatz individuell & einfach berechnen:

Stundensatzrechner für Freelancer und Freiberufler

Die Honorare können je nach Projektumfang, Berufserfahrung und einigen anderen Faktoren stark variieren. Wie stark die Einkommen auseinandergehen, zeigt der Blick auf die Projektarbeit. Im Durchschnitt kommen Freelancer 2026 auf 6.653 Euro Monatseinkommen aus Projekten (Freelancer-Kompass 2026). 

So liegt etwa der durchschnittliche Tagessatz im Consulting laut einer BDU-Studie bei rund 1.300 Euro und rund zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Dabei ist die Einkommensspanne groß, je nach Rolle: Analysten kommen im Schnitt auf 700 Euro pro Tag, Partner und Geschäftsführer auf 1.600 Euro. In der IT-Beratung sanken die Sätze um drei Prozent, während sie in der Strategieberatung um zwei stiegen.

Eine Einordnung ist wichtig: Die BDU-Zahlen beschreiben Tagessätze von Beratungsunternehmen. Solo-Selbstständige kalkulieren anders, weil sie Vertrieb, Verwaltung und Ausfallrisiko allein tragen.

Lese-Tipp: Spannende Insight zu den Einkommensunterschieden zwischen Festangestellten und Freelancern gibt es hier.

Freelancer arbeiten zusammen an einem Projekt

Honorar und Gebührenordnung für bestimmte Berufsgruppen

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Generell können alle Selbstständigen die Höhe ihres Honorars selbst bestimmen. Für einige Berufsgruppen gelten jedoch sogenannte Gebührenordnungen. Sie sollen die Qualität der Leistung sichern und sollen für vergleichbare Preise in der Branche sorgen. Ihre Verbindlichkeit unterscheidet sich allerdings stark.

Zum Beispiel halten sich Ärzte an die Gebührenordnung für Ärzte, wenn sie Privatpatienten behandeln. Anwälte müssen sich dagegen nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz richten. Für beide gilt die Bindung. Bei Architekten und Ingenieuren ist das seit Januar 2021 nicht mehr der Fall.

Nach dem EuGH-Urteil vom Juli 2019 (C-377/17) enthält die HOAI keine verbindlichen Mindest- und Höchstsätze mehr. Die Honorartafeln sind Orientierungswerte, das Honorar wird frei vereinbart. Fehlt eine Vereinbarung in Textform, gilt der Basishonorarsatz (§ 7 HOAI).

achtung

Eine Gebührenordnung gilt nur für die verkammerten Berufe. Die große Mehrheit der Freiberufler und Freelancer, etwa in IT, Beratung, Marketing oder Design, kalkuliert ihr Honorar frei. Außerdem gewährt die Gebührenordnung einheitliche Standards in der jeweiligen Branche.

Beispiele:

BerufBezeichnung der GebührenverordnungVerbindlichkeit?
ÄrzteGebührenordnung für Ärzte (GOÄ)ja
ZahnärzteGebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)ja
RechtsanwälteRechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG)ja
Architekten & IngenieureHonorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)nein, seit 2021 nur orientierungswerte
SteuerberaterSteuerberatervergütungsverordnung (StBVV)ja, höheres Honorar nur in Vereinbarung
NotareGebührenverordnung für Notare (GNotKG)ja, Abweichungen zulässig
Überblick über die Gebührenverordnungen Freier Berufe

Ausfallhonorar

Das Ausfallhonorar ist eine Sonderform des Honorars. Dabei handelt es sich um eine finanzielle Entschädigung, die Freiberufler bzw. Freelancer erhalten, wenn ein bereits vereinbarter Auftrag vom Auftraggeber kurzfristig abgesagt oder nicht wahrgenommen wird. Das Ausfallhonorar soll dabei den Einkommensausfall kompensieren.

Ein Beispiel: Ein Coach bereitet sich wochenlang für einen Auftrag vor. Er erstellt Konzepte und Präsentationen. Um dem Einkommensausfall im Fall einer Absage vorzubeugen, vereinbart er mit seinem Auftraggeber ein Ausfallhonorar in Höhe von 50 Prozent des Honorars.

Für das Ausfallhonorar gibt es keine besonderen rechtlichen Regelungen. Vielmehr greift die in Deutschland geltende Vertragsfreiheit. Das bedeutet: Die Vertragspartner legen selbst fest, ob und in welcher Höhe – als Prozentwert oder fester Betrag – ein Ausfallhonorar vereinbart wird. Es ist empfehlenswert, Regelungen über das Ausfallhonorar in den Honorarvertrag aufzunehmen.

Was ist eine Honorarkraft?

Eine Honorarkraft ist eine selbstständige Person, die für einen Auftraggeber eine Leistung erbringt und dafür ein Honorar in Rechnung stellt, ohne angestellt zu sein. Der Begriff ist in keinem Gesetz definiert und beschreibt keine Rechtsform.

Verbreitet ist er vor allem in Bildung, Gesundheit, Sozialwesen und Kultur: Dozenten an Volkshochschulen, Musikschullehrer, Therapeuten, Trainer.

Genau dort liegt auch das größte Risiko. Honorarkräfte, die in feste Stundenpläne, Räume und Weisungen eingebunden sind, stuft die Deutsche Rentenversicherung regelmäßig als abhängig beschäftigt ein. Das Bundessozialgericht entschied 2022 im Fall einer Musikschullehrerin genau so, obwohl sie auf Honorarbasis tätig war.

Honorarvertrag: Das muss drin stehen

Ein Honorarvertrag ist eine rechtliche Vereinbarung, die zwischen einem Auftraggeber (z. B. Unternehmen) und einem Auftragnehmer (z. B. freiberuflicher Anwalt) getroffen wird.

Innerhalb des Honorarvertrags werden die Bedingungen und Konditionen für die benötigte Dienstleistung festgelegt, etwa die Höhe des Honorars. Die wichtigsten Bestandteile eines Honorarvertrags sind:

  • Kontaktdaten des Auftraggebers und Auftragnehmers
  • Dauer des Vertrages
  • Leistungen
  • Honorar pro Stunde (inklusive Mehrwertsteuer/Umsatzsteuer)
  • Stundenzahl
  • Angaben zu Arbeitsmitteln
  • Fahrtkosten und Unterkunftskosten
  • Angaben zu sonstigen, abzugeltenden Kosten
  • Angaben zur Berichtspflicht
  • Kündigungsmodalitäten
  • Gerichtsstand/Erfüllungsort
  • Ort, Datum
  • Beiderseitige Unterschrift

Um die Rechtssicherheit des Honorarvertrags zu gewährleisten, empfehlen wir Freiberuflern, sich an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht zu wenden.

Hier findest du kostenlose Vorlagen für den Honorar-Vertrag.

hinweis

Schon gewusst? Das Wort Honorar ist von dem lateinischen Wort honorarium abgeleitet und bedeutet übersetzt so viel wie „Ehrengeschenk“ (honor = Ehre). Im alten Rom erhielten Rechtsberater keinen Lohn, denn sie erachteten jede Lohnarbeit als standeswidrig. Stattdessen erhofften sich die römischen Berater durch ihre Tätigkeit eine Steigerung ihres Ansehens. Es war jedoch angemessen, Rechtsberatern ein Ehrengeschenk für ihre Dienste zu überreichen. Mit der Zeit wurde dieser Brauch so üblich, dass das Honorar sogar eingeklagt werden konnte.

Vor- & Nachteile der Arbeit auf Honorarbasis

Wer auf Honorarbasis arbeitet, darf mit einigen Vorteilen rechnen. Die Honorarbasis ermöglicht es zum Beispiel, dass Freiberufler die Arbeitszeit und den Arbeitsort frei bestimmen können.

Projekte können flexibel angenommen oder abgelehnt werden (je nach Auftragslage), was eine individuelle Arbeitsgestaltung ermöglicht. Die projektbasierte Arbeit kommt mit weiteren Vorteilen:

  • Abwechslungsreiche Projekte
  • Potenziell unbegrenztes Einkommen
  • Hohe Selbstbestimmung, da Freelancer und Freiberufler nicht weisungsgebunden sind
  • Aufbau von Netzwerken, bestehend aus verschiedenen Auftraggebern

Die Arbeit auf Honorarbasis bringt jedoch auch Nachteile mit sich. Solo-Selbstständige, Freelancer und Freiberufler tragen beispielsweise das volle unternehmerische Risiko. Sie zahlen ihre Sozialabgaben sowie Steuern selbst und müssen weitere Rücklagen bilden, falls die Projektnachfrage nachlässt. Nachteile sind außerdem:

  • Unregelmäßiges Einkommen durch Projektabhängigkeit
  • Hoher administrativer Aufwand (Abwicklung von Verträgen, Rechnungsstellung, etc.)
  • Fehlender Kündigungsschutz durch die Selbstständigkeit
Vorteile HonorararbeitNachteile Honorararbeit
+ Hohes Maß an Flexibilität– Volles unternehmerisches Risiko
+ Unabhängigkeit bei der Arbeitgeberwahl– Hohe Sozialabgaben
+ Abwechslungsreiche Projekte– Keine gesicherte Altersvorsorge
+ Potenziell unbegrenztes Einkommen– Keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
+ Selbstbestimmung– Keine Einkommenssicherheit

FAQ: Häufige Fragen zum Honorar

Das Honorar ist der Brutto-Betrag. Davon gehen Steuern ab, etwa die Einkommensteuer, sowie die Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung.

Hinzu kommen Betriebskosten. Laut Freelancer-Kompass 2026 geben Freelancer im Schnitt 783 Euro pro Monat für betriebliche Ausgaben aus: Software, Hardware, Versicherungen, Weiterbildung, Steuerberatung. Und ein Teil der Arbeitszeit ist gar nicht abrechenbar — 2026 im Schnitt 12 Prozent für Akquise, Angebote, Buchhaltung. Wer vom Honorar auf das tatsächliche Einkommen schließen will, muss beides einrechnen.

Nein. Ein Minijob ist eine geringfügige Beschäftigung nach § 8 SGB IV, also ein Arbeitsverhältnis mit Arbeitgeber. Ein Honorarjob ist selbstständige Tätigkeit. Die Minijob-Grenze von 603 Euro pro Monat (Stand 2026, gekoppelt an den Mindestlohn von 13,90 Euro) gilt für Honorare deshalb nicht. Für Honorare existiert keine Verdienstgrenze.

Wer nebenberuflich auf Honorarbasis arbeitet, sollte zwei Schwellen im Blick behalten: Ab etwa 20 Stunden pro Woche oder wenn der Gewinn aus der Selbstständigkeit das Einkommen aus dem Hauptjob übersteigt, kann die Krankenkasse die Tätigkeit als hauptberuflich einstufen. Das ändert den Versicherungsstatus. Eine feste Verdienstgrenze gibt es nicht, die Kasse entscheidet im Einzelfall. Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung ist in jedem Fall jährlich fällig.

Beim Honorar handelt es sich um eine Vergütungsform, die Freelancer, Solo-Selbstständige und Freiberufler erhalten, wenn sie eine Leistung für einen Auftraggeber erbringen. Zum Beispiel die Mitwirkung an einem Projekt in Form einer Beratung.

Im Gegensatz dazu ist ein Gehalt die Vergütung festangestellter Arbeitnehmer. Das Gehalt wird regelmäßig gezahlt, während das Honorar auftragsbezogen ausgezahlt wird, etwa nach Abschluss des Projekts.

Es gibt keine gesetzlich geregelte Obergrenze für Honorare. Die Höhe des Honorars hängt von der beruflichen Qualifikation, der Berufserfahrung, der Projektgröße, dem Zeitaufwand und anderen Faktoren ab, zum Beispiel der Branche. Auch das Verhandlungsgeschick kann über die Höhe entscheiden.

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